Von Angst zu Glück: Meine Zeit in Kanada

5 Monate weg von Familie, Freunden, seiner gewohnten Umgebung. Als ich in das Flugzeug nach Kanada gestiegen bin, wusste ich nicht was auf mich zukommt, ich war traurig und hatte auch etwas Angst, dass es nicht so wird wie ich es mir erhofft habe. Gleichzeitig war ich auch super aufgeregt und habe mich gefreut in mein großes Abenteuer zu starten. Heute kann ich sagen es war die beste Entscheidung meines Lebens und ich hatte 5 wunderschöne Monate in Kanada.

Als ich mitten in der Nacht in Nanaimo auf Vancouver Island ankam, war ich total müde und richtig dolle aufgeregt aber meine Gasteltern (45 &62) haben mich total toll und freudig begrüßt. Am nächsten Morgen kam mein Gastbruder (8) direkt in mein Zimmer und wir haben zusammen gespielt. Am gleichen Tag haben meine Gasteltern noch mein Doubble-Placement aus Spanien abgeholt. Wir haben uns direkt super verstanden. Wir waren viel zusammen in der „Mall“, haben Filme zusammen geschaut oder einfach nur zusammen geredet und gelacht. Ganz am Anfang hatte ich auch Geburtstag wovor ich auch etwas nervös war, da ich nicht musste wie es ohne meine Eltern wird und ob ich dann überhaupt schon Freunde habe. Aber jetzt kann ich sagen, dass es ein wunderschöner Tag war. In der Schule habe ich von einer Freundin Kuchen bekommen und am Abend war ich mit meiner Gastfamilie in einem Restaurant. Danach habe ich noch was mit meiner Gastschwester geschaut und habe nicht einmal an mein Zuhause in Deutschland gedacht.

Am Anfang war es sehr schwierig mich in der Schule zurechtzufinden und ich musste mehrmals nachfragen, wo mein Raum ist. Ich habe tatsächlich auch nach zwei Monaten immer noch neue Wege entdeckt. An meiner Schule waren viele Internationals, so dass ich direkt Anschluss gefunden habe und nicht allein war. Mit der Zeit habe ich mich auch immer mehr mit den Kanadiern in meinen Kursen unterhalten und so habe ich, wenn auch nicht so viele, richtig tolle Freunde gefunden. In meiner Schule hatte man nur vier Fächer pro Semester: Ich hatte Physik, Psychologie, Pre Calcules (Mathe) und Fitness and Conditioning, wo wir ins Fitnessstudio gegangen sind. Am besten hat mir Psychologie gefallen, da wir viel darüber gelernt haben wie Menschen sich entwickeln und verschiedene Verhaltensweisen haben. Aber auch in meinen anderen Fächern bin ich gut zurechtgekommen. In Mathe und Physik haben wir viele kleine Quizes geschrieben und zu jedem Thema dann einen Test und in Psychologie hat sich meine Note hauptsächlich aus Assignments zusammengesetzt. Eine meiner größten Ängste war, dass ich die Lehrer nicht verstehe und ich meine Aufgaben nicht so gut bearbeiten kann aber das war absolut nicht der Fall und falls ich mal was nicht verstanden habe, haben meine Lehrer mir auch immer geholfen. Ich persönlich fand die Schule einfacher als in Deutschland, man konnte so gut wie alles in Gruppen machen und es herrscht auch eine viel entspanntere Stimmung im Raum und das Verhältnis zwischen den Lehren und Schülern ist viel Persönlicher.

In der Schule war ich im Cheerleading Team und hatte zweimal die Woche Training. Wir hatten einen Tanzauftritt und haben auch wie man es aus den typischen amerikanischen Teenie Filmen kennt, bei einem Football Spiel gecheert. Auch wenn es sehr, sehr kalt war, hat es richtig viel Spaß gemacht und ich hatte eine tolle Zeit mit meinem Team. Sonst habe ich nach der Schule viel mit Freunden gemacht, wir waren viel in verschiedenen Cafees und haben einfach geredet oder waren Billard spielen. Manchmal waren wir auch in Gym, in der „Mall“ oder saßen einfach bei Tim Hortons.

Samstags war ich immer mit meinen Gasteltern beim Fußballspiel meines Gastbruders und im Anschluss sind wir immer zu Cosco zum Einkaufen gefahren. Sonst waren wir viel bei einer befreundeten Familie meiner Gasteltern, welche auch international Students hatte oder wir sind meine Gastschwester (19) in Victoria besuchen gefahren. Am Wochenende bin ich auch mehrmals mit Freunden mit der Fähre nach Vancouver gefahren, wo wir uns die Stadt angeschaut haben und shoppen waren. Meine Highlights waren definitiv die Trips nach Whistler und in die Rockie Mountains die für die internationals organisiert würden. Aber auch „Whale watching“ war richtig toll. Wir sind mit einem Speedboat auf das Meer rausgefahren und haben mehrere Wale gesehen. Ich war aber auch an manchen Wochenenden einfach Zuhause und habe mit meinem Gastbruder gespielt oder Sport mit meiner Gastfamilie geschaut.

Rückblickend kann ich sagen es war definitiv die beste Zeit meines Lebens. Ich habe gelernt vieles allein zu machen und meine Zeit zu organisieren. Mir fällt es jetzt viel leichter auf Menschen zuzugehen und ich bin viel offener geworden. Ich habe immer noch viel Kontakt mit meiner Gastschwester aus Spanien und auch mit meiner Gastfamilie schreibe ich regelmäßig.

Danke für die tolle Zeit!

Pia