Das Leben in meiner amerikanischen Gastfamilie

Hallo, ich bin Liz und verbringe derzeit mein Auslandsjahr in Pennsylvania in den USA.

Zu meiner Gastfamilie gehören meine Gastmutter Kayley, mein Gastvater Nathan und mein kleiner Gastbruder Clay. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen und ich habe mich sofort willkommen gefühlt. Natürlich war ich anfangs etwas schüchtern, das legte sich aber sehr schnell. Wir leben in einem sehr kleinen Ort, der zum Großteil aus Wald besteht. Wir haben ein großes Grundstück mit Hühnern, Schweinen und Pferden. Unter der Woche unternehmen wir nicht wirklich viel. Meine Gastmutter kommt immer gegen16 Uhr nach Hause und mein Gastvater arbeitet im Schichtdienst. Den Nachmittag verbringe ich entweder mit meinen Gasteltern und meinem kleinen Bruder oder ich treffe mich mit Freunden. Abends kochen meine Gasteltern immer ein sehr leckeres Abendessen. Danach machen wir alle zusammen Stallarbeit und versorgen die Tiere.

Ich habe keine festen Aufgaben im Haushalt, aber ich helfe natürlich immer, wenn ich etwas sehe, das weggeräumt werden kann. Wenn die Spülmaschine voll ist, räume ich sie auch aus und wieder ein. Das ist aber in jeder Gastfamilie unterschiedlich. Manche Gastfamilien haben mehr Regeln und andere weniger. Der Kommunikationsstil mit meinen Gasteltern ist deutlich anders als ich es zuhause gewohnt bin. Meine Gasteltern sind beide 30, somit sind wir altersmäßig näher beieinander und unsere Gespräche sind immer sehr locker.

Am Wochenende erledigen wir unseren Wocheneinkauf und besuchen die Großeltern meines Gastvaters. Manchmal unternehmen wir auch Ausflüge. Zu Beginn meines Auslandsjahres sind wir auf eine Fair gegangen, haben verschiedene Essensstände ausprobiert, uns die Show Tiere angeschaut und eine Truck-Pulling-Show besucht. Vor ein paar Wochen haben wir einen Ausflug nach Benezette gemacht, um uns Elche anzuschauen.

Manche Austauschschüler kommen mit großen Erwartungen an ihre Gastfamilie in ihr Auslandsjahr. Manche hoffen auf ständige Ausflüge oder ein besonders aufregendes Familienleben. Doch in Wirklichkeit ist das Leben in einer Gastfamilie oft gar nicht so anders als zuhause. Auch hier gibt es einen Alltag, die Arbeit, Routinen und ruhigere Tage. Genau das macht die Erfahrung aber so wertvoll. Man wird Teil eines ganz normalen Familienlebens in einem anderen Land und in einer anderen Sprache.

Ich bin sehr dankbar dafür, was ich bis jetzt erleben durfte und wie herzlich meine Gastfamilie mich aufgenommen hat. Ich habe auch gelernt, es ist nicht immer alles besser oder schlechter, vieles ist einfach nur anders.

Eure Liz