Schüleraustausch in Alberta: Mein High-School-Jahr voller Abenteuer

Hello Taste, 

Ich bin so froh, hier in Strathmore (Calgary, Alberta, Kanada) zu sein. Ich kann es kaum glauben, dass schon mehr als die Hälfte meiner zehn Monate vorbei ist. In fünf Monaten bin ich schon wieder zurück in Deutschland, und jedes Mal, wenn ich daran denke, freue ich mich zwar darauf, aber dann denke ich auch an all das, was ich vermissen werde, und mir kommen fast die Tränen, wenn ich daran denke, dass ich mich von der Schule, den Lehrern, Freunden, Klassenkameraden und meiner Gastfamilie verabschieden muss.

Im 1. Quarter (hälfte vom Halbjahr) war ich durch die Season im girls-soccer-team und habe dadurch einen langen Traum von mir wahr gemacht, wir hatten viele Spiele auch außerhalb weshalb wir auch mal vom Unterricht befreit waren. Die Busfahrten waren immer sehr lustig und auch wenn wir mal verloren haben, hatten wir viel Spaß auf jeder Fahrt und es wurde umso mehr gefeiert, wenn wir mit dem Sieg nach Hause gekommen sind.

Ich habe im 1. Semester (was in Deutschland dem Halbjahr entspricht) als Exam Fächer Englisch und Biologie gewählt, was immer sehr lustig war. In der ersten Hälfte des Halbjahres hatte ich außerdem Outdoor Education und Dance, dort habe ich viel über die Natur gelernt und war sogar auf einem Campingtrip, der mir viele Erfahrungen gebracht hat, die ich kaum beschreiben kann. In der Tanzklasse war ich in den ersten 2 Wochen die erste die sich bereit erklärt hat ein Solo für die Show am Ende vorzubereiten, was ich in Deutschland niemals getan hätte. Die Tanzklasse ist ein großer Teil meiner Familie hier und wir haben alle sehr geweint als unsere Show zu Ende war, weil wir wussten das die Klasse damit am Ende ist, aber wir alle werden die Zeit für immer in unserem Herzen tragen. Im zweiten Teil des Semester 1 hatte ich dann Drama und Architecture, wo ich vieles gelernt habe und wobei ich bei beidem nie gedacht hätte es zu wählen. In Drama hatten wir mega lustigen Schauspielunterricht und haben am Ende auch von jedem Thema was wir im Unterricht behandelt haben ein kleines Stück in der Finalshow vorgeführt. Das Schauspielern hat sehr viel Spaß gemacht und da ich sehr gut darin bin, mir Texte zu merken war es umso besser für mich, allerdings hätte ich es zu Hause wohl kaum mal versucht. Architecture war für mich eine komplett fremde Welt, aber ich wollte etwas mit Graphics ausprobieren, auch wenn es was total Neues war. Es stellte sich raus, dass ich anscheinend ein Talent darin habe, denn ich hatte in Architecture immer über 85%, was sehr gut ist. Ich war sehr stolz auf mich und hab mich jedes Mal gefreut schnell und trotzdem sehr genau und gut fertig zu sein. Ich hab viel gelernt und es hat besonders viel Spaß gemacht am Ende das eigene Haus gestalten zu können, was wir mithilfe eines Computer Programms verfeinert haben. Alles zusammen habe ich sehr viel im 1 Semester erlebt und erfahren, allein der Unterricht war fantastisch und hat jeden Tag auf’s neue Spaß gemacht.

Dabei habe ich noch gar nicht erwähnt, was ich außerhalb der Schule so gemacht habe. Gleich in den ersten 2 Wochen war ich mit anderen internationalen Schülern im Kino, wobei wir danach noch zu einem Kanadier nach Hause wollten uns nur leider ein bisschen verirrt haben, sodass wir es nicht gefunden haben. Die anderen waren hauptsächlich aus Mexiko und sehr besorgt, dass sie nicht mehr nach Hause finden würden. An dem Abend war ich diejenige, die gewartet hat, bis alle vom Taxi abgeholt werden und sicher nach Hause kommen. Da ich schon mit dem Hund meiner Gastfamilie ein paar Runden gegangen bin wusste ich, wo ich bin und wie ich nach Hause komme.

Ich habe meinen besten Freund Sebastian kennen gelernt der lustigerweise am selben Tag wie ich geboren ist nur halt exakt ein Jahr später. Er kommt aus Mexico, möchte aber hier seinen Schulabschluss machen und außerdem in Kanada studieren. Im November hatten wir beide dann zusammen eine Geburtstagsparty bei ihm zu Hause, diese werde ich nie wieder gegessen es war ein toller Abend mit allen Freunden zusammen.

Mit den Mexikanern ist es immer lustig, da ich auch ein bisschen Spanisch aus meiner deutschen Schule kann. Ich habe eine sehr enge kanadische Freundin, die ich aus Dance kenne und sonst ist alles vermischt, aber eines ist klar egal ob mit Kanadiern oder anderen internationalen es ist immer lustig und es gibt immer was Neues zu erfahren und zu lachen. Außerdem war im Dezember der „snow coming“ Ball zu dem sich alle schick gemacht haben und der mich sehr gefreut hätte da ich in Deutschland auch in einem Tanzkurs mit meinem Bruder bin und ich somit endlich mal wieder richtig tanzen konnte. Es war ein richtig toller Abend.

Wir hatten einen sehr langen und kalten Winter, an den man sich auch erstmal gewöhnen musste, aber nach einer Weile wusste man wie man sich dagegen anzieht und dann konnte man auch raus gehen. Wir freuen uns jetzt alle, dass es schon wieder über 10°C wird und ziehen vom Bus zum Haus schon über den Pulli keine Jacke mehr an weil es gegen -40°C, was wir in Januar hatten doch schon warm ist.

Mit meiner Gastfamilie war ich schon am ersten Wochenende in BC bei deren Verwandten und wir gehen ab und zu mal auf kleine Wanderungen. Thanksgiving war sehr interessant mitzuerleben und Weihnachten genau wie Neujahr waren sehr anders als in Deutschland haben aber auch viel Spaß gebracht. Wir haben seit 3 Wochen einen neuen kleinen Welpen gekauft was bedeutet das wir jetzt 2 Katzen und 2 Hunde im Haus haben, weshalb es manchmal echt lustig wird. Ich bin froh in meiner Gastfamilie zu sein, auch wenn ich manchmal Schwierigkeiten habe, ist es doch immer schön hier zu sein.

Nun bin ich schon im 2. Semester, worüber ich in ein paar Monaten dann auch berichten werde und ich kann jetzt schon sagen ich habe das Gefühl das 2. Semester wird nur noch besser als es bis her schon ist. Ich bin so dankbar hier sein zu können. Vielen Dank an meine Freunde, Verwandten und vor allem TASTE und meinen Eltern, die mir dieses Jahr möglich gemacht zu haben. Ich würde es jedem auf jeden Fall weiter empfehlen da man in diesem Jahr über sich selbst hinaus wächst und Erfahrungen fürs Leben macht, man lernt Dinge die man niemals in der Schule gelehrt bekommen kann.

Vielen Dank und ganz liebe Grüße aus Golden Hills!

Svenja